Update: 656/660: Keine Lösung für fehlende Frühfahrten – Verwaltung prüft, Politik lehnt ab
Die ursprüngliche Anregung mehrerer Petenten – auch von mir – zielte darauf ab, die in den Tagesrandlagen weggefallenen Busverbindungen (Linien 656 und 660) wiederherzustellen. Im Rahmen eines persönlichen Gesprächs hat die Verwaltung immerhin signalisiert, intern zu prüfen, ob die Fahrt um 6:20 Uhr zeitlich so vorverlegt werden könnte, dass Pendler in Baddeckenstedt wieder ihren Zug nach Goslar erreichen können.

Positiv ist hervorzuheben, dass die Verwaltung diese Prüfung zugesagt hat. Damit bleibt zumindest die Möglichkeit bestehen, dass für die Fahrgäste noch eine pragmatische Lösung gefunden werden könnte.
Ich hätte mir gewünscht, dass meine Fraktion zumindest klar auf die Problematik hinweist, dass Pendler morgens den Zug nach Goslar nicht mehr erreichen – und dass eine Vorverlegung der 6:20-Uhr-Fahrt ein lösungsorientierter und realistischer Schritt gewesen wäre. Denn für die Betroffenen geht es nicht um Komfort, sondern darum, rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Wenn der Bus nicht fährt, riskieren Arbeitnehmer ohne Auto schlimmstenfalls ihren Arbeitsplatz.
Negativ bleibt jedoch festzuhalten, dass meine Fraktion in der Verbandsversammlung weder in einem Redebeitrag den von uns vorgeschlagenen Kompromiss aufgegriffen hat, noch einen Änderungsantrag zur Beschlussvorlage gestellt hat, um einen entsprechenden Prüfauftrag politisch zu verankern.
Besonders widersprüchlich ist dabei: Die gleiche Fraktion hat in derselben Sitzung die Kürzungen im Regionalbusverkehr abgelehnt, gleichzeitig aber bei den Tagesrandfahrten (Anregung) keinen politischen Prüfauftrag gefordert.
Update (21.09.2025):
Die Grünen haben inzwischen eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie die im Regionalverband beschlossenen Kürzungen im Regionalbusverkehr kritisieren. Richtig ist: Diese Einschnitte sind fatal für die Fahrgäste. Scheinheilig bleibt es jedoch, wenn die gleiche Partei in derselben Sitzung unsere Anregung zur Wiederherstellung der Früh- und Spätfahrten in Baddeckenstedt ablehnt – obwohl es hier konkret um die Linien 656 und 660 ging.
Dabei wurde nicht nur die vollständige Wiederaufnahme der Verbindungen verworfen, sondern sogar der vorgeschlagene Kompromiss, die Fahrt um 6:20 Uhr vorzuziehen, damit Pendler wieder den Zug nach Goslar erreichen können. Diesen Vorschlag hatte ich persönlich auch mit den Grünen besprochen – trotzdem wurde er nicht aufgegriffen. Begründet wurde die Ablehnung mit dem Hinweis, der Fahrplan komme ohnehin bald „auf den Prüfstand“. Aus Erfahrung wissen wir jedoch, dass solche Prüfungen in erster Linie zu betriebswirtschaftlichen Optimierungen führen – gestrichene Fahrten kehren in aller Regel nicht zurück.
Besonders widersprüchlich ist auch: Die Linie 660 ist selbst eine Regionalbuslinie. Wer also an anderer Stelle Kürzungen im Regionalbusnetz kritisiert, hat hier vor Ort genau eine solche Kürzung mitgetragen.
